Bodenmarkierung „Bitte weitergehen – Keep walking“ auf einem Bahnsteig entlang eines Bauzauns im Münchner Hauptbahnhof

Bodenmarkierungen am Münchner Hauptbahnhof

163 Bodenaufkleber in einer Nacht: Wegeleitung für die Wiesn
163
Bodenaufkleber

auf Bahnsteigen, Treppen und Wänden angebracht

9 Std.
Gesamtdauer

vom ersten bis zum letzten Aufkleber – in einer Nacht

350 m²
Folienfläche

knapp so viel wie eineinhalb Tennisplätze

5
Bereiche

im laufenden Betrieb des Münchner Hauptbahnhofs

Zur Wiesn wird es am Münchner Hauptbahnhof eng: Zu den ohnehin mehreren Hunderttausend Reisenden am Tag kommen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt – und das mitten im laufenden Umbau des Bahnhofs. Damit sich die Menschenströme auf Bahnsteigen, Rampen und Treppen nicht stauen, hat uns die DB InfraGO AG direkt beauftragt, rechtzeitig vor dem Anstich 163 Bodenmarkierungen anzubringen – im Expressverfahren, in einer einzigen Nacht.

Grundlage war ein detaillierter Beklebungsplan des Kapazitätsmanagements Bahnhöfe. Er legte fest, wo welche Markierung in welchem Format liegen soll – von 15 × 15 cm großen Pfeilen auf Treppenstufen bis zu sieben Meter breiten Schriftzügen quer über den Bahnsteig. Unsere Aufgabe: die Anbringung im Expressverfahren – den Plan vor Ort passgenau umsetzen, unter laufendem Bahnbetrieb und zu einem festen Termin.

Die Ausgangslage: Engpässe im Bauzustand

Der Umbau verändert die Wege im Hauptbahnhof laufend. Bahnsteige werden schmaler, Zugänge verlegt, ganze Bereiche abgesperrt. Genau dort entstehen zu Spitzenzeiten Engpässe: Reisende bleiben nach der Rolltreppe stehen, sammeln sich an Rampen oder nutzen nur den vorderen Teil des Bahnsteigs.

Der Beklebungsplan setzt deshalb bewusst auf eine erste Stufe mit priorisierten Engpassbereichen statt auf eine flächendeckende Beklebung. Der Gedanke dahinter: Wenige, gut platzierte Markierungen wirken stärker als ein optisches Überangebot, das Reisende irgendwann ausblenden.

Fünf Bereiche, fünf klare Botschaften

Die Bodenaufkleber und Wandmarkierungen verteilen sich auf fünf Bereiche des Münchner Hauptbahnhofs:

  • Starnberger Flügelbahnhof mit den Bahnsteigen der Gleise 26 bis 36 und dem Gang Richtung Haupthalle
  • Zugang Arnulfstraße zur Gleishalle
  • Bahnsteig Gleis 19 im Bereich der Dachstützen
  • Bahnsteig Gleis 11
  • Übergang zwischen Haupthalle und S-Bahn-Stammstrecke inklusive Treppen und Wandflächen

Gang entlang des Bauzauns Richtung Gleis 26 bis 36 im Münchner Hauptbahnhof mit Bodenmarkierungen zur Wegeleitung

Je nach Situation tragen die Markierungen eine von fünf Botschaften: „Bitte weitergehen“, „Gehen“, „Gesamten Bahnsteig nutzen“, „Bitte hier warten“ und an den Wänden „Verengter Bahnsteigbereich“. Die meisten Motive sind zweisprachig gestaltet – mit Zusätzen wie „Keep walking“ oder „Use the entire platform“ –, damit sie auch internationale Wiesn-Gäste auf einen Blick verstehen.

Neun Formate für unterschiedliche Untergründe

Ein Bahnhof ist kein einheitlicher Untergrund: Granit, Betonpflaster, Asphalt, Fliesen und Treppenstufen wechseln sich auf wenigen Metern ab. Entsprechend vielfältig sind die Formate der Bodenfolien:

  • 2,40 × 1,20 m „Bitte weitergehen“ am Beginn der Bahnsteige und an den Rampen
  • 7,00 × 1,20 m „Gehen“ in den verengten Bereichen an Gleis 19
  • 3,50 × 0,60 m abwechselnd „Gesamten Bahnsteig nutzen“ und „Gehen“ entlang Gleis 11 – im schmaleren Format, weil ein Teil des Bahnsteigs demnächst zur Baustelle wird
  • 60 × 15 cm auf den Setzstufen der Treppe, dazu Pfeile im Format 15 × 15 cm für Rechtsverkehr
  • 50 × 50 cm „Bitte hier warten“ für eine geordnete Warteschlange vor einem Imbissstand

Bodenmarkierung „Gesamten Bahnsteig nutzen – Use the entire platform“ neben der Baustellenabsperrung an einem Bahnsteig im Münchner Hauptbahnhof

Die Wandmarkierungen im S-Bahn-Bereich haben wir passend auf das jeweilige Fliesenformat skaliert. Entlang Gleis 11 liegen die Markierungen im Abstand von rund fünf Metern und mit 30 Zentimetern Abstand zum taktilen Leitstreifen – so bleibt das Blindenleitsystem frei und die Wegeleitung funktioniert für alle.

Bodenaufkleber „Bitte weitergehen“ am Fuß einer Rolltreppe im Münchner Hauptbahnhof

Montage im Expressverfahren: 163 Aufkleber in neun Stunden

Ein Hauptbahnhof steht nie still. Deshalb haben wir überwiegend in den Nachtstunden gearbeitet, wenn weniger Reisende unterwegs sind und die Arbeiten den Betrieb kaum stören. Der gesamte Auftrag war nach neun Stunden erledigt – alle 163 Aufkleber in einer Nacht. Zu jeder Beklebung gehört: Untergrund reinigen, Position nach Plan einmessen, Folie blasenfrei aufbringen und die Kanten sorgfältig andrücken. Denn jede Markierung muss Rollkoffern, Reinigungsmaschinen und Tausenden Schritten am Tag standhalten.

Monteur mit Materialkiste neben frisch verklebten Bodenaufklebern „Bitte weitergehen“ im Münchner Hauptbahnhof

Auf den Treppen sind die Aufkleber höchstens 15 Zentimeter hoch, damit sich an den Stufenkanten nichts ablöst. Für den Fall, dass sich die Wegeführung kurzfristig ändert, waren zusätzliche Reservemotive eingeplant, deren Platzierung direkt vor Ort abgestimmt wird. Zusätzlich empfiehlt der Plan rund zehn Prozent Reserve, um beschädigte Markierungen schnell austauschen zu können.

Frisch verklebte Bodenfolie „Gehen – Walk“ auf einem Bahnsteig, daneben eine Folienrolle für die nächste Markierung

Das Projekt in Zahlen

  • 163 Bodenaufkleber auf Boden, Treppen und Wänden – vollständig angebracht
  • Rund 350 m² Folienfläche – knapp so viel wie eineinhalb Tennisplätze
  • 5 Bereiche im Münchner Hauptbahnhof, vom Starnberger Flügelbahnhof bis zur S-Bahn
  • 9 Formate von 15 × 15 cm bis 7,00 × 1,20 m
  • 9 Stunden für den gesamten Auftrag – in einer einzigen Nacht, rechtzeitig vor dem Wiesn-Anstich

Warum Bodenmarkierungen im Bahnhof so gut funktionieren

Wer im Bahnhof unterwegs ist, schaut nach unten: auf Stufen, Bahnsteigkanten und den eigenen Koffer. Genau dort erreichen Bodenmarkierungen ihr Publikum – ohne zusätzliche Schilder, für die im Bauzustand ohnehin kaum Platz ist. Große Pfeile und kurze Botschaften werden im Vorbeigehen erfasst, auch von Menschen, die kein Deutsch sprechen.

Ein weiterer Vorteil: Temporäre Bodenaufkleber lassen sich an neue Bauzustände anpassen. Der Beklebungsplan sieht ausdrücklich weitere Stufen vor, sobald sich die Wege im Hauptbahnhof erneut verändern. Markierungen, die nicht mehr gebraucht werden, verschwinden – neue kommen dort hinzu, wo sich die nächsten Engpässe bilden.

Wegeleitung und Bodenmarkierungen in München planen

Sie planen eine temporäre Wegeleitung für eine Baustelle, eine Veranstaltung oder einen stark frequentierten Standort in München? Im Rahmen unserer Baustellen- und Projektkommunikation übernehmen wir Produktion und Montage von Bodenfolien, Bannern und Wegeleitungen – oder, wie am Hauptbahnhof, nur die Montage im Expressverfahren. Ändert sich der Bauzustand, tauschen wir die Markierungen aus. Auf Wunsch kombinieren wir das mit der Information von Anwohnern per Flyerverteilung – alles mit nur einem Ansprechpartner.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Bodenaufkleber in Bahnhöfen, Einkaufszentren oder auf Veranstaltungsflächen müssen rutschhemmend, strapazierfähig und gut lesbar sein. Wichtig ist außerdem ein Untergrund, auf dem die Folie zuverlässig haftet. Welche Folie passt, hängt vom Boden ab – Fliesen, Naturstein und Asphalt stellen unterschiedliche Anforderungen. Wir beraten Sie dazu vor der Produktion.

Das hängt von Frequenz, Untergrund und Reinigung ab. Temporäre Bodenfolien sind für Bauphasen und Veranstaltungen ausgelegt, also für Wochen bis Monate. Bei stark frequentierten Flächen empfiehlt es sich, rund zehn Prozent Reserve mitzubestellen, damit beschädigte Markierungen schnell ersetzt werden können.

Ja. Gerade bei Baustellen ändern sich Wege oft mehrfach. Wir entfernen nicht mehr benötigte Markierungen, bringen neue an und passen die Wegeleitung Schritt für Schritt an den jeweiligen Bauabschnitt an.

Benedikt Hüttinger
Geschäftsführer
Gerne berate ich Sie persönlich zu den am besten passenden Lösungen!